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Im TV: Abzocke bei einigen HNO-Ärzten |
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Des Themas Hörsystem-Versorgung beim HNO-Arzt haben sich die NDR-Fernsehsendungen »NDR aktuell« sowie »Menschen und Schlagzeilen« unter dem Titel »Betrogene Patienten – wie HNO-Ärzte mit Hörgeräten Kasse machen« am 12. Mai angenommen. Dabei wurde an einem Beispiel aufgezeigt, wie einige HNO-Ärzte ihre
schlecht hörenden Patienten zu einem Vertrag drängen, damit sie das
Hörsystem über den verkürzten Versorgungsweg in der Praxis erwerben und
die Justierung beim Arzt direkt und unter dessen Mitwirkung vorzunehmen –
und nicht bei einem Hörgeräteakustiker. Mit der Unterschrift unter den
Vertrag be-stätigen die betroffenen Patienten auch, darüber informiert
worden zu sein, dass in diesem Fall die Krankenkasse nicht zahlt. Der
Gesundheitsökonom Jürgen Wasem sagte gegenüber dem NDR: »Nach dem, was
ich gesehen hab, halte ich das für illegal, zumindest wenn der Patient
nicht darüber aufgeklärt wird, welche Nachteile das für ihn hat.« Dina
Michels von der KKH Allianz bezeichnet dies als »Betrug am Patienten«,
da ihm die gesetzliche Zuzahlung vorenthalten werde. Wasem betonte
gegenüber dem NDR Fernsehen: »Wenn der HNO-Arzt, der die Hörgeräte
verschreibt, gleichzeitig auch das Hörgerät verkauft, überlagert sich
sein ärztliches Bewusstsein mit dem ökonomischen Interesse am Gewinn
durch den Verkauf des Gerätes. Das ist ein Spannungsverhältnis, das zu
Lasten des Patienten ausgeht.« Berichtet wurde in der Sendung auch, dass
Hörgerätefirmen den HNO-Ärzten über diesen Vertriebsweg Provisionen von
bis zu 250 Euro pro Hörsystem bezahlen.
red
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