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Der jährlich am 3. März begangene „Welttag des Hörens“ steht dieses Jahr unter dem Motto „Making Listening Safe“ („Hören sicher machen“). Im Fokus des diesjährigen weltweiten Aktionstages steht einer der wichtigsten Sinne des Menschen und wie das gute Hören bewahrt werden kann. Die Schirmherrschaft hat in diesem Jahr Bundesgesundheitsminister Professor Dr. Karl Lauterbach übernommen.

Am Welttag des Hörens machen Experten für Hörgesundheit auf die große Bedeutung guten Hörens für die Wahrung der Lebensqualität aufmerksam. Denn: „Ein Hörverlust setzt zumeist schleichend ein. Oft wird er von Betroffenen selbst nicht sofort erkannt oder akzeptiert. In Deutschland wird dadurch ein Hörverlust durchschnittlich zehn Jahre zu spät behandelt“, sagt Marianne Frickel, Präsidentin der Bundesinnung der Hörakustiker (biha).

Das kann Konsequenzen haben: Wenn die Hörminderung voranschreitet, verschlechtert sich das Hörverstehen und Gespräche werden anstrengender. Die Freude an Unterhaltungen und Aktivitäten mit anderen nimmt ab. Doch so weit muss es nicht kommen. „Wer regelmäßig sein Gehör überprüfen lässt, kann rechtzeitig vorbeugen. Gutes Hören trägt maßgeblich zu einer hohen Lebensqualität bei“, so Frickel. Ein meist kostenloser Hörtest beim Hörakustiker bringt schnell Klarheit, ob eine Hörminderung vorliegt und wie diese bestmöglich versorgt werden kann.

Ein offenes Ohr für Menschen jeden Alters

Hörakustiker sind systemrelevante Experten für alle Fragen rund ums Hören. Von Altersschwerhörigkeit über Kinderversorgung bis hin zu Gehörschutz und Hörimplantaten – als hochqualifizierte Fachleute haben sie für Menschen jeden Alters passende Lösungen rund ums gute Hören.

Gutes Hören sichert Lebensqualität

Neben einer adäquaten und frühzeitigen Hörversorgung ist für viele Menschen auch die Auseinandersetzung mit der eigenen Schwerhörigkeit sehr wichtig. Gerade wenn das eigene Umfeld aus gut hörenden Menschen besteht, die die Tragweite eines Hörverlustes nicht ohne Weiteres nachvollziehen können, ist der Austausch mit anderen Betroffenen enorm wichtig und kann viel Kraft geben. Selbsthilfegruppen wie der Deutsche Schwerhörigenbund (DSB) oder die Deutsche Cochlea Implantat Gesellschaft (DCIG) sind hier die richtigen Ansprechpartner.

Der Hörgerätebatteriehersteller Rayovac hat zum diesjährigen Welttag des Hörens die Kampagne „Life Without Limits“ („Leben ohne Grenzen“) gestartet. Darin stellt das Unternehmen reale Personen vor, die durch den Einsatz von Hörgeräten mehr vom Leben haben – die Hörhelden. Untermauert wird die Kampagne durch die Ergebnisse einer Befragung. Demnach sehen Nutzer ihre Hörsysteme sehr positiv: Sie erleichtern die Teilnahme an täglichen Aktivitäten, ermöglichen bessere Gespräche und tragen zu einer höheren Lebensqualität bei. Mehr als ein Drittel der Befragten gab an, dass sich durch das Tragen von Hörsystemen ihr Selbstwertgefühl, ihre psychische Gesundheit, ihr Sicherheitsgefühl, ihre Leistung bei der Arbeit und ihr allgemeines Wohlbefinden verbessert haben. Sieben von zehn Hörsystemnutzern sagten, dass der Hörverlust ihr Leben vor der Hörgeräteversorgung negativ beeinflusst hatte. Daher würden neun von zehn Hörsystemträgern ihrer Familie und Freunden Hörsysteme empfehlen. Genauso viele sind der Auffassung, dass ein regelmäßiger Hörtest ebenso selbstverständlich sein sollte wie eine Kontrolle beim Zahn- oder Augenarzt.

Risikofaktor Lärm

Mehr als eine Milliarde junger Menschen weltweit riskieren nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) einen Hörverlust durch unsicheres Hörverhalten – vor allem in ihrer Freizeit. Um dem entgegenzuwirken, plädieren die WHO und der Bundesverband der Hörsysteme-Industrie (BVHI) zum Welttag des Hörens für akustische Mindeststandards bei Veranstaltungen und in Freizeiteinrichtungen. Ziel ist es, das Bewusstsein für sichere Hörumgebungen zu schärfen, sowohl bei jungen Menschen als auch bei politischen Entscheidungsträgern, Gesundheitsfachleuten und Veranstaltern.

„Neben der Altersschwerhörigkeit ist Lärm in der Freizeit und im Beruf die zweithäufigste Ursache für einen Hörverlust“, sagt Dr. Stefan Zimmer, Vorstandsvorsitzender des BVHI. „Standards für sicheres Hören können dazu beitragen, die Hörfähigkeit junger Menschen zu schützen und die individuelle Lebensqualität zu erhalten.“

Sicher hören

Sicheres Hören ermöglicht es, Musik zu genießen und gleichzeitig das Risiko von Hörschäden beim Besuch von Clubs, Bars, Konzerten und Sportveranstaltungen zu verringern. Dazu hat die WHO eine Reihe von Empfehlungen für Veranstaltungen und Events („Global standard for safe listening at venues and events“) entwickelt. So sollte weltweit unter anderem bei Veranstaltungen oder in Diskotheken der durchschnittliche Dauerschallpegel höchstens 100 dB betragen, Gehörschutz inklusive Anleitung zur korrekten Anwendung bereitgestellt werden, Ruhezonen eingerichtet werden sowie Informationsmaterial und Schulungen angeboten werden, um bezüglich des Themas in Freizeiteinrichtungen zu sensibilisieren und über alle praktischen Maßnahmen zu informieren. Außerdem sollte grundsätzlich stets mit Bedacht gehört werden und dem Gehör sollten regelmäßig Ruhepause gegönnt werden. Für den individuellen Musikgenuss z. B. über Kopfhörer empfiehlt die WHO, das Gerät auf nicht mehr als 60 Prozent der maximalen Lautstärke einzustellen.

Passen Sie also auf Ihr Gehör auf – auch bei einer Hörbeeinträchtigung ist Gehörschutz sehr wichtig! – und lassen Sie es regelmäßig überprüfen und ggf. adäquat versorgen!          AF

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