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Tinnitusexperten aus dem stationären und ambulanten Bereich trafen sich auf Einladung der Deutschen Tinnitus-Liga e. V. (DTL) am 08. Februar 2020 in der Habichtswald-Klinik in Kassel-Bad Wilhelmshöhe. Zahlreiche Fachleute aus Tinnituskliniken und ambulanten Tinnituszentren, Hals-Nasen-Ohren(HNO)-Ärzte, Psychotherapeuten und Hörakustiker kamen zusammen, um über Behandlungsmöglichkeiten bei Ohrgeräuschen zu diskutieren. Fachvorträge unter anderem von Siegrid Meier, Professor Dr. Gerhard Goebel und Dr. Ulrich Stattrop regten zu Diskussionen an. Goebel referierte über eine im Jahr 2019 erschienene Studie der Johns Hopkins School in Baltimore (USA), der zufolge die Tinnitus-Retraining-Therapie (TRT) die Beschwerden und Lebensqualität von Tinnituspatienten nicht stärker bessere als eine Standardberatung. Dieses Ergebnis wurde mit dem Hinweis relativiert, dass die TRT im angloamerikanischen Raum mit der Anwendung von Rauschgeräten (Noisern) sehr apparatelastig ausgerichtet sei. Hingegen habe sich in Deutschland schon lange die TRT nach den Empfehlungen der Arbeitsgemeinschaft Deutschsprachiger Audiologen, Neurootologen und Otologen (ADANO) etabliert, bei der approbierte Psychotherapeuten eng mit HNO-Ärzten und Hörakustikern zusammenarbeiten und bei der die kognitive Verhaltenstherapie als Therapie der ersten Wahl eine zentrale Rolle spielt. Da die TRT auch in sämtlichen Leitlinien als nicht wirksam bezeichnet werde, erstatteten die Krankenkassen die Kosten nicht mehr und die mit viel Mühe aufgebauten TRT-Zentren dünnten sich aus. Um sich deutlich von der techniklastigen TRT zu distanzieren, einigten sich die Experten auf eine Umbenennung in Tinnitusbewältigungstherapie (TBT).      Zg

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