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Die Charcot-Marie-Tooth-Erkrankung 1A, kurz CMT1A, ist die häufigste erbliche Erkrankung des peripheren Nervensystems mit etwa 30 000 Patienten in Deutschland. Aufgrund eines Gendefektes entwickeln Betroffene eine langsam fortschreitende Nervenschädigung, die zu Gangschwierigkeiten bis hin zur Rollstuhlgebundenheit und zu Sensibilitätsstörungen wie Taubheit, Kribbeln und Schmerzen führt. Die CMT1A-Erkrankung ist bisher nicht heilbar. Wissenschaftler der Universität Leipzig, der Leipziger Universitätsmedizin und des Göttinger Max-Planck-Instituts für Experimentelle Medizin haben nun die Ursachen erforscht und eine mögliche Therapie gefunden, heißt es in einer Mitteilung der Universität Leipzig. Als Therapeutikum infrage kommt das weitverbreitete Nahrungsergänzungsmittel Lecithin, das die bei der Erkrankung gestörte Myelinisierung (schützende Umhüllung) der Nervenfasern fördern und den Krankheitsverlauf maßgeblich lindern könne. Es zeigte sich im Tierversuch als vielversprechend und ist auch für Menschen gut verträglich. Nun arbeiten die Neurowissenschaftler daran, die neu gewonnenen Erkenntnisse für den Klinikalltag nutzbar zu machen.   zg

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